Meldung vom 21. April 2026 (08:47 Uhr)
Die ersten Baumaßnahmen in Vorbereitung auf das Nahwärmenetz Innenstadt haben begonnen. Denn seit Mitte April rollen am Seminarweg die Bagger, um den sogenannten Ersatzparkplatz für die Diözese Eichstätt zu errichten. Das ist der erste bauliche Schritt, um das wahrscheinlich größte Energiewende- und Klimaschutzprojekt in der Region in Eichstätt auf den Weg zu bringen.
Was ist das Nahwärmenetz Innenstadt?
Denn das Nahwärmenetz Innenstadt wird knapp 40 – zum großen Teil denkmalgeschützte – Gebäude in der Eichstätter Innenstadt an einen regenerativen Energieträger anbinden. Möglich ist das auch dank der zahlreichen Behörden und Institutionen, die als Eigentümer ihre Liegenschaften an das Nahwärmenetz der STADTWERKE anschließen werden. Mit dabei sind neben der Stadt Eichstätt das örtliche Landratsamt, die Diözese, das Staatliche Bauamt Ingolstadt und die Stiftung Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt. Um zum Beispiel die Fürstbischöfliche Residenz oder die Gebäude der bisherigen Maria-Ward-Realschule künftig regenerativ zu beheizen, müssen die STADTWERKE ein neues, drittes Heizwerk im Stadtgebiet bauen. Der perfekte Standort, um die Kernstadt zu versorgen, ist dabei auch schon gefunden: hinter dem bisherigen Feuerwehrhaus am Residenzplatz, direkt außerhalb des Stadttores, stadtauswärts gesehen linker Hand.
Künftiges Heizwerk ist aktuell noch ein Parkplatz
Einziges „Problem“ dabei: Die Fläche wird derzeit von der Diözese – einer der großen Anschlussnehmer des Nahwärmenetzes – als Parkplatz für die Mitarbeiter/-innen und Besucher/-innen genutzt. Deshalb verständigten sich Diözese, STADTWERKE und Stadtverwaltung darauf, dass die STADTWERKE das Grundstück von der Diözese kaufen, um dort das Heizwerk errichten zu können. Gleichzeitig werden die STADTWERKE allerdings einen Ersatz für die wegfallenden Stellplätze für die Diözese schaffen. Das wird schräg gegenüber der bisherigen Parkfläche ebenfalls am Seminarweg Richtung Altmühl passieren – der sogenannte Ersatzparkplatz.
Schäfers: "Eine gute Lösung"
"Der neue Parkplatz ist für uns eine gute Lösung – und gleichzeitig ein wichtiger Schritt für das Nahwärmenetz“, so Amtschef Thomas Schäfers. „Wir unterstützen das Projekt gerne, weil es hilft, Gebäude künftig nachhaltiger zu beheizen. Dass wir gemeinsam mit Stadt und Stadtwerken eine pragmatische Lösung gefunden haben, zeigt: Wenn alle an einem Strang ziehen, kommt auch was Gutes dabei raus."
Entstehen werden knapp 100 Parkplätze, die von der Diözese unterhalten und betrieben werden. Damit steht der Diözese zunächst mehr Parkraum zu Verfügung als bisher. Als Kompensation entfallen die 20 Sonderparkberechtigungen der Diözese auf dem Leonrodplatz. Damit stehen künftig am Leonrodplatz noch mehr Parkplätze der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung.
Parkplatz für bis zu 10 Veranstaltungen im Jahr
Diözese und Stadt haben sich darauf verständigt, dass der gesamte Parkplatz für bis zu 10 Veranstaltungen an Wochenenden oder arbeitsfreien Tagen pro Jahr von der Stadt Eichstätt gemietet werden kann und damit in der Innenstadt an diesen Tagen noch mehr Parkplätze zur Verfügung stehen – zum Beispiel für große Feste in der Stadt oder Veranstaltungen im Alten Stadttheater.
Hochwassergebiet und Außenbereich
Eine besondere Herausforderung war in der Planung des Parkplatzes, dass die Fläche im baurechtlich definierten Hochwassergebiet und Außenbereich entlang der Altmühl liegt. Deshalb waren nur minimale bauliche Eingriffe überhaupt genehmigungsfähig – und deshalb wird es zum Beispiel auch keine E-Lade-Säulen geben können. Um auch den Neubau des Ersatzparkplatzes ökologisch angepasst sicherzustellen, wird der Parkplatz so errichtet, dass die gesamte Versickerung des Oberflächenwassers vollständig auf der Fläche erfolgen kann – somit wird auch der Grad der Versiegelung auf ein minimales reduziert.
Heizwerk-Baustelle Ende 2026/Beginn 2027
Sobald der Ersatzparkplatz fertiggestellt ist, können die Mitarbeiter/-innen und Besucher/-innen der Diözese den „alten“ Parkplatz an der Stadtmauer räumen und die Baustelle für das eigentliche Heizwerk für das Nahwärmenetz Innenstadt kann dort beginnen. Das ist voraussichtlich Ende 2026 oder Anfang 2027 der Fall.