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Umstellung der Wärmeversorgung der Eichstätter Altstadt auf regenerative Energieträger: Absichtserklärung unterzeichnet

13. September 2021

Die Wärmeversorgung weiter Teile der Eichstätter Altstadt auf
regenerative Energieträger umstellen und damit einen großen
Beitrag für den Umweltschutz leisten: Das ist das Ziel eines
gemeinsamen Projektes zahlreicher Partner in Eichstätt unter
Federführung der örtlichen Stadtwerke. Mit dabei sind neben der
Stadt Eichstätt das örtliche Landratsamt, die Diözese, das
Staatliche Bauamt Ingolstadt und die Stiftung Katholische
Universität Eichstätt-Ingolstadt. Zum offiziellen Projektstart am
Montag, 13. September, gaben Vertreter aller beteiligten
Institutionen am Heizkraftwerk Schottenau eine gemeinsame
Absichtserklärung ab. Sie wollen künftig ihre Liegenschaften in der
Eichstätter Altstadt über ein gemeinsames Wärmenetz versorgen,
das sich bei der Energieerzeugung auf regenerative Energieträger
stützt.


Für ein solches Vorhaben sind die Strukturen Eichstätts als zentraler Behörden-, Universitäts- und Schulstandort im Landkreisbesonders geeignet: Vor allem in der Kernstadt finden sich zahlreiche Immobilien in der Hand öffentlicher Einrichtungen – etwa die Residenz (Landratsamt), das Rathaus oder die Realschulen (Rebdorf/Maria Ward). Das Projektgebiet wird mit Schwerpunkt die Bereiche Residenzplatz - Luitpoldstraße sowie Am Graben umfassen und insgesamt 41 Liegenschaften betreffen. Gleichzeitig ist es bei den historischen Bestandsbauten innerhalb des barocken Altstadtensembles meist schwierig, die Gebäude energetisch zu sanieren. Deshalb eröffnet die gemeinsame Umstellung auf eine zentrale Wärmeversorgung die Möglichkeit, unter Rücksichtnahme auf den historisch wertvollen Bestand den Ausbau der erneuerbaren Energien vor Ort voranzutreiben.


Denn mit der Umstellung der Wärmeversorgung soll ein großer Beitrag zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes in Eichstätt und damit zum Umweltschutz geleistet werden. Bisher erfolgte die Versorgung der Liegenschaften der Projektteilnehmer meist über das Erdgasnetz der Eichstätter Stadtwerke. Wenn diese künftig über regenerative Energieträger versorgt werden, ist beim CO2-Ausstoß eine Reduzierung um jährlich rund 1.530 Tonnen zu erwarten.


Im Zuge der Absichtserklärung beauftragten die Projektteilnehmer die Stadtwerke Eichstätt Versorgungs-GmbH, für diese Umstellung konkrete Handlungsoptionen zu erarbeiten. Die Stadtwerke wiederum arbeiten in diesem Projekt mit dem Institut für Energietechnik IfE GmbH an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden zusammen, deren Geschäftsführer Prof. Dr.-Ing. Markus Brautsch beim offiziellen Start die Projektüberlegungen vorstellte. Als wissenschaftlich-neutrales Institut entwickelt die IfE GmbH Strategien und Systeme für eine nachhaltige und
umweltfreundliche Energieversorgung. Als Experten für Kommunale Energiekonzepte und Energieentwicklungspläne arbeiteten Brautsch und sein Team bereits bei der Realisierung der beiden Heizkraftwerke „Spitalstadt“ und „Schottenau“ mit den Stadtwerken zusammen. Die IfE GmbH wird nun die Möglichkeiten der wirtschaftlichen und technischen Projektrealisierung prüfen – also auch, auf welche Energieträger sich das künftige System stützen kann.


„Ein großer Wurf in Sachen Umweltschutz für Eichstätt“ 

Oberbürgermeister Josef Grienberger bedankte sich zum Projektstart bei allen Teilnehmenden für die Bereitschaft, gemeinsam einen immensen Beitrag für den Ausbau regenerativer Energien zu leisten: „Das ist ein großer Wurf in Sachen
Umweltschutz für Eichstätt und ich bin sehr stolz, hier vor Ort alle namhaften Partner für dieses Leuchtturmprojekt im Boot zu haben. Wir investieren gemeinsam in unser aller Zukunft und werden unserer Verantwortung als öffentliche Einrichtungen gerecht, wirtschaftlich und ökologisch voraus zu denken.“


„Bei der Energie- und Wärmewende kommt es darauf an, nicht nur ehrgeizige Ziele zu formulieren, sondern vor Ort zu handeln“, erklärt Geschäftsführer der Stadtwerke Wolfgang Brandl. „Das Gemeinschaftsprojekt ,Wärmenetz in der Innenstadt Eichstätts‘ist sicherlich geeignet, hierfür ein gutes Beispiel zu liefern.“

Auch der Geschäftsführer des Instituts für Energietechnik Prof. Dr.-Ing. Markus Brautsch blickt voller Zuversicht auf das Projekt: „Nach den erfolgreich realisierten Projekten in der Schottenau, der Spitalvorstadt und der Kläranlage freuen wir uns, wieder als wissenschaftlicher Partner die Umsetzung mit begleiten zu dürfen.
Stadt, Stadtwerke und Landkreis Eichstätt sind Mitglied in unseren
Klimaschutznetzwerken. Zudem erstellen wir gerade einen umfassenden digitalen Energienutzungsplan. Auch mit der Diözese Eichstätt verbindet uns eine enge Partnerschaft seit Erstellung des Klimaschutzkonzeptes 2011. Ich bin beeindruckt, wie pragmatisch und zielorientiert im Zusammenspiel der anwesenden Akteure wegweisende Klimaschutzprojekte angepackt werden. Eichstätt hat hier in ganz Bayern eine herausragende Vorreiterstellung.“


Landrat Alexander Anetsberger unterstreicht die Bedeutung des Projekts und weist darauf hin: „Klimaschutz ist ein Gebot der Stunde. Gerade die öffentliche Hand muss bei Klimaprojekten vorangehen und ein Beispiel geben. Mich freut es sehr, dass der Landkreis Eichstätt bei diesem Projekt im Verbund mit bedeutenden Partnern seinen eigenen Klimaschutzzielen einen großen Schritt näherkommt. Damit setzen wir ein weiteres klimarelevantes Ausrufezeichen in unserer Kreisstadt!“


Der Amtschef der Diözese Eichstätt Thomas Schäfers führt an, dass „Papst Franziskus in seiner Enzyklika Laudato si aus 2015 von einer Klimakrise spricht, gegen die alle Menschen guten Willens arbeiten müssen. Klimaschutz steht seitdem für Christen in besonderer Weise ganz oben auf der Agenda. Mit dem Eichstätter Projekt setzt die Diözese Eichstätt einen weiteren wichtigen Meilenstein auf dem Weg klimaneutral zu werden. Erfreulich ist die Kooperation mit anderen wichtigen Partnern in der Eichstätter
Innenstadt. Ein gutes Zeichen gemeinsamer Verantwortung für die Zukunft der Menschen!"


„Die Stiftung Katholische Universität freut sich über die besondere Möglichkeit, weitere Gebäude über eine regenerative Wärmeversorgung im Stadtgebiet von Eichstätt erschließen zu können“ erklärt der Stiftungsvorstand der Kath. Universität Eichstätt- Ingolstadt Dr. jur. Roland Molitor. „Da bereits ein Großteil der Universitätsgebäude im
Bereich der Ostenvorstadt über das bestehende Nahwärmenetz der Stadtwerke Eichstätt versorgt werden, ist der nun geplante „Brückenschlag“ in die Altstadt ein weiterer wichtiger Baustein, um die Nachhaltigkeitsziele der Universität zu fördern. Ein besonderes Zeichen ist hier sicherlich der Zusammenschluss von lokalen Partnern, die durch Ihr gemeinschaftliches Handeln eine Projektentwicklung ermöglichen, deren zukünftiges Ziel es ist, einen wichtigen Beitrag zum verantwortungsvollen und effizienten Umgang mit Energieressourcen zu leisten.“

Baudirektor Thomas Sendtner des staatlichen Bauamtes Ingolstadt legt dar: „Die Staatsbauverwaltung verfolgt das Ziel des bayerischen Klimaschutzgesetzes für Klimaneutralität bis zum Jahr 2030. Hierbei wird die Vorbildfunktion des Freistaats durch Maßnahmen wie Energieeinsparung, effizienter Bereitstellung, Umwandlung, Speicherung und Nutzung erneuerbarer Energien zur Erreichung dieses Ziels explizit genannt. Die Verwendung regenerativer Energiequellen stellt hier eine wichtige und effektive Möglichkeit zur Verringerung des CO2-Ausstoßes dar. Um diesen energiebedingten CO2-Ausstoß bis 2030 zu minimieren, wird für
den Staatlichen Hochbau ein komplexer Umstellungspfad vorgesehen. Ein sehr wichtiger Baustein dafür ist die Umstellung der staatlichen Gebäude im Zentrum Eichstätts auf eine regenerative Wärmeversorgung.“


Die Stadtwerke Eichstätt Versorgungs-GmbH
Die Stadtwerke Eichstätt Versorgungs-GmbH ist eine hundertprozentige Tochter der Stadt Eichstätt. Das Unternehmen ist verantwortlich für die Versorgung Eichstätts mit Strom, Gas und Nahwärme, betreibt das INSELBAD, die Tiefgarage Pedettistraße sowie mit der STADTLINIE den öffentlichen Personennahverkehr (STADTLINIE) in Eichstätt.
Die Umweltfreundlichkeit ihrer Angebote und Produkte immer weiter zu steigern ist den Stadtwerken seit Jahren ein wichtiges Anliegen. Bereits seit 2010 versorgen die Stadtwerke über das Biomasseheizwerk Schottenau nicht nur das Krankenhaus Eichstätt, sondern auch zahlreiche Liegenschaften der Universität und der Kirche sowie der Bayerischen Bereitschaftspolizei. Es wird mit naturbelassenen Hackschnitzeln betrieben und verbessert die CO2-Bilanz der Stadt Eichstätt bei einer Wärmeabgabe von rund 15 Millionen kWh um jährlich rund 2.200 Tonnen. Daneben wird das Neubaugebiet „Spitalstadt“ von den Stadtwerken über ein mit Biomethan betriebenes Blockheizkraftwerk mit regenerativer Wärme versorgt. Seit Mai 2013 in Betrieb spart
das Blockheizkraftwerk bei einer Wärmeabgabe von bis zu 9 Millionen kWh und einer regenerativen Stromerzeugung von bis zu 4 Millionen kWh jährlich rund 1.850 Tonnen CO2 ein. Außerdem betreiben die Stadtwerke ein Wasserkraftwerk auf der Wasserwiese, ein mit Biogas versorgtes Blockheizkraftwerk auf der Zentralkläranlage sowie mehrere Photovoltaikanlagen. Im Bereich der Windkraft halten die Stadtwerke Beteiligungen an mehreren Windkraftanlagen.

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