Grabmal Gabriel de Gabrielis

Noch vor seinem Tod am 21. März 1747 entwarf Gabrieli eigenhändig sein Grabmal samt zugehöriger selbstbewusster Inschrift. Das stattliche, ca. 4 m hohe Denkmal hat die Form eines Gabrieli-typischen Portales, dessen von der Bildnisbüste Gabrielis bekröntes Gebälk von zwei Hermenpfeilern mit Sanduhr und Winkelmaß als Symbolen der menschlichen Vergänglichkeit und der Architektur getragen wird.

Gabrieli hatte derartige, halb menschlich und halb kubisch ausgebildete Pfeiler schon früher an den Portalen der Kavaliershöfe am Residenzplatz verwendet. Die Rahmenarchitektur fasst einen altarähnlichen Aufbau mit der Inschrift und einem figürlichen Relief. Die gewählte Szene der Verkündigung durch Erzengel Gabriel an Maria steht dabei augenfällig in Beziehung zu Gabrielis Vor- und Zunamen. Über der Inschrifttafel verweist der weibliche Genius der Architektur auf die von einem Putto vorgehaltene Planrolle mit Grund- und Aufriss wohl des Eichstätter Domherrnhofes Ostein.

Gabrieli wurden aus seinen beiden Ehen 5 Töchter und 5 Söhne geboren, jedoch überlebten nur fünf seiner Nachkommen das Kindes- bzw. Jugendalter. Von der Geheimrätin Maria Antonia Starckmann (1719-1782), einer Tochter Gabrielis aus zweiter Ehe, findet sich das Grabmal links neben dem des Vaters. Der Grabstein für einen Sohn aus erster Ehe, den ehemaligen Jesuiten und Kanonikus Emanuel de Gabrieli (1715-1785), ist neben dem Grabmal von Gabrielis bedeutendstem Schüler, Giovanni Domenico Barbieri (1704-1764), bei der Aussegnungshalle eingemauert. (Dr. Claudia Grund)

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