Meldung vom 28. April 2026 (17:58 Uhr)
Wie kann in bestehenden Wohngebieten zusätzlicher Wohnraum entstehen, ohne dass der Charakter des Quartiers verloren geht? Mit dieser Frage hat sich der Eichstätter Stadtrat intensiv beschäftigt – und nun eine Entscheidung getroffen.
In seiner Sitzung am 23. April hat der Stadtrat den Kriterienkatalog für die „alte“ Weinleite beschlossen. Gleichzeitig wurden die Ergebnisse der Öffentlichkeitsbeteiligung abgewogen und in die weitere Planung einbezogen.
Der neue Kriterienkatalog gibt künftig Orientierung, wenn Eigentümerinnen und Eigentümer ihre Grundstücke weiterentwickeln möchten – etwa durch Anbauten, Aufstockungen oder zusätzliche Wohneinheiten. Ziel ist es, im Sinne des "Bauturbo" (mehr Infos hier) mehr Wohnraum zu ermöglichen, ohne dass es zu einem ungeordneten „Wildwuchs“ kommt. Gleichzeitig sollen Nachbarschaft, Infrastruktur und Grünflächen geschützt werden.
Was bedeutet das konkret?
Der Katalog regelt unter anderem:
Die Verwaltung wird künftig jeden Bauantrag auf dieser Grundlage prüfen und den Stadtrat bei Bedarf über die weitere Entwicklung informieren.
Einordnung: behutsame Nachverdichtung statt neuer Baugebiete
Die „alte“ Weinleite ist ein gewachsenes Wohngebiet aus den 1970er Jahren mit vergleichsweise großen Grundstücken und klaren baulichen Vorgaben. Diese lassen bislang nur wenig Spielraum für Veränderungen.
Gleichzeitig steigt der Bedarf an Wohnraum – auch in Eichstätt. Die sogenannte Nachverdichtung setzt genau hier an: Bestehende Flächen werden besser genutzt, etwa durch zusätzliche Wohnungen oder Erweiterungen, statt neue Baugebiete „auf der grünen Wiese“ auszuweisen.
Der jetzt beschlossene Kriterienkatalog soll dabei helfen, diesen Prozess zu steuern: Er schafft transparente Regeln für Eigentümerinnen und Eigentümer und sorgt gleichzeitig dafür, dass das Quartier lebenswert bleibt.