Meldung vom 18. März 2026 (19:31 Uhr)
Prozess für neues Einzelhandelskonzept für Eichstätt startet – Befragungen für Bürger/-innen und Unternehmer/-innen
Wie soll sich die Eichstätter Innenstadt entwickeln? Welche Stärken hat der Einkaufs- und Dienstleistungs-Standort Eichstätt, welche Veränderungen und Herausforderungen gibt es – und welche Projekte und Maßnahmen wünschen sich die Bürger/-innen und Gewerbetreibenden, um sich gemeinsam und ihre Stadt gut zu entwickeln? Diese und zahlreiche weitere Fragen beschäftigen in den kommenden Monaten die Stadt Eichstätt – und die Bürger/-innen. Denn 2026 wird das Einzelhandels- und Innenstadtentwicklungskonzept für die Domstadt neu aufgelegt. Dafür starten ab 16. März bis 19. April auch große Bürger- und Unternehmens-Befragungen, um die Meinungen und Wünsche aller Beteiligten kennenzulernen.
Was ist ein Einzelhandelskonzept?
Ein Einzelhandels- und Innenstadtentwicklungskonzept ist ein wichtiges Werkzeug für eine Kommune wie Eichstätt. „Zum einen ist ein solches Konzept eine zwingende Voraussetzung, um zum Beispiel für Baumaßnahmen in der Innenstadt an Fördergelder von Land und Bund zu gelangen“, erklärt Standortbeauftragte Beate Michel. Die Stadt Eichstätt kann dann genauso wie private Bauherren von der sogenannten Städtebauförderung profitieren.
Zum anderen kann durch die Erhebung des Einzelhandelsbesatzes die Versorgungssituation vor Ort eingeschätzt und künftige Ansiedelungen besser gesteuert werden. „Besonders im Fokus stehen dabei die Geschäfte, aber auch die Dienstleistungen und die Gastronomie. Den entscheidenden Input für das Konzept können aber nur die Kunden und Gäste sowie die Geschäftsleute vor Ort liefern“, so Michel. „Sie wissen am besten, was gut läuft und wo der Schuh drückt. Auf dieser Basis werden dann Ideen zur Verbesserung von Strukturen und Angeboten erarbeitet, die gut zu Eichstätt passen und die Innenstadt für die Zukunft rüsten.“
Expertise mit nach Eichstätt geholt
Dafür hat sich die Stadt Eichstätt fachliche Hilfe an die Seite geholt und die imakomm AKADEMIE aus Aalen/Stuttgart für das Projekt „Einzelhandels- und Innenstadtentwicklungskonzept“ beauftragt. Die imakomm erarbeitet das Konzept in den kommenden Wochen und Monaten Schritt für Schritt und bringt ihre Expertise in Erhebung, Befragung und zu möglichen Maßnahmen mit ein. Dabei machen sich die Mitarbeiter/-innen der imakomm auch selbst ein Bild vor Ort, sie erfassen beispielweise welche Geschäfte es gibt und welches Angebot fehlt. Bewertet wird auch, wie sich die Innenstadt insgesamt präsentiert, ob sich Kunden in Eichstätt zurechtfinden und was zu einem Aufenthalt in Eichstätt einlädt oder zur Verbesserung beitragen könnte.
Vieles von 2013 ist mittlerweile umgesetzt
Gleichzeitig hat Michel in den vergangenen Monaten das Einzelhandelskonzept von 2013 durchgearbeitet und erhoben, was sich in der Einzelhandels- oder Arbeitsstruktur seither in Eichstätt verändert hat oder welche Ideen von damals werden konnten. „Denn das Einzelhandelskonzept ist kein Papier, dass in den vergangenen 13 Jahren einfach nur in der Schublade lag – vielmehr ist es eine wichtige Entscheidungs- und Planungsgrundlage für viele städtische Projekte“, so Michel. Das zeigt zum Beispiel auch die Zusammenstellung einiger beispielhafter großer und kleiner Aktionen, die das Konzept 2013 für Eichstätt vorgeschlagen hatte und die nun umgesetzt sind (siehe unten) – darunter mittlerweile etablierte Angebote oder beliebte Aufenthaltsflächen. Den gleichen Effekt erhofft sich die Stadt Eichstätt auch für das 2026-Projekt.
Grienberger: "Verändertes Einkaufsverhalten und Online-Shopping"
„Bis etwa Mitte des Jahres werden wir unsere Daten erheben“, erklärt Oberbürgermeister Josef Grienberger, „dann kommt das zweite große Arbeitspaket und die Entwicklung eines neuen Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) startet. Das gibt uns die Chance, tief in die Strategien und Konzepte einzutauchen – das findet auch in mehreren Gesprächen und Workshops statt, bei denen Ideen ausgetauscht und miteinander besprochen werden. Dazu wird die Stadt im Sommer/Herbst noch einladen.“
Ziel sei explizit, am Ende des Prozesses, mutmaßlich Ende 2026, „einen Katalog von Ideen und Strategien erarbeitet zu haben, um die Eichstätts Innenstadt weiterzubringen und für die Zukunft gut zu rüsten – zum Beispiel, wenn ich auf das veränderte Einkaufsverhalten und Online-Shopping denke“, so Grienberger. Er hofft darauf, dass möglichst viele Menschen mitmachen und ihre Meinungen und Ideen zum Einkaufen und Genießen in Eichstätt mit einbringen.
Befragungen starteten am 16. März
Das kann die Stadt Eichstätt oder die imakomm natürlich nicht alleine. „Alle, die in Eichstätt arbeiten, hier einkaufen, essen oder ins Café gehen oder hier Dienstleister aufsuchen, sind Expertinnen und Experten für den Standort Eichstätt, deren Wissen wir brauchen“, so Michel. „Nur, wenn wir Ihre Ideen, Meinungen und ein bisschen auch ihr Kundenverhalten kennen, können wir Eichstätt in den nächsten Jahren so gestalten, dass es für die Menschen hier vor Ort zu ihrem Alltag passt.“ Dafür gibt es zwei Fragebögen, die ab dem 16. März digital zur Verfügung stehen – einmal für alle Eichstätter und Kunden aus der Umgebung einschließlich allen, die in Eichstätt arbeiten sowie für Tourist/-innen.
Zweiter Unternehmens-Fragebogen
Beim zweiten Fragebogen sind die Unternehmen gefragt, das heißt, hier können Einzelhändler, Dienstleister und Gastronomen ihre Perspektive sowohl, was die eigenen Planungen betrifft, als auch in Bezug auf ihre Wünsche an den Standort Eichstätt, einbringen. Die Antworten werden selbstverständlich höchst vertraulich behandelt, ein Rückschluss von Antworten auf Personen ist zu keinem Zeitpunkt möglich. Den Bogen auszufüllen dauert etwa 10 bis 15 Minuten.
Der Fragebogen zur Bürger- und Kundenbefragung steht ab dem 16. März unter www.eichstaett.de/ehk bereit und kann komplett digital ausgefüllt werden. Außerdem liegen im Rathaus, der Tourist-Information, im Asthe, dem Standesamt und bei der vhs handliche Flyer mit einem QR-Code aus, der direkt zur Befragung führt. Unter allen Teilnehmenden werden Einkaufsgutscheine von proEichstätt verlost.
Ostermarkt-Aktion
Zusätzlich bietet die Stadt Eichstätt am kommenden Ostermarkt, 22. März, noch einen Infostand direkt vor dem Rathaus rund um das Einzelhandelskonzept an. Wer mag, kann die Befragung dort direkt am Tablet ausfüllen und nimmt dann gleich automatisch an der Verlosung von proEichstätt-Einkaufsgutscheinen teil.
Für die Unternehmensbefragung werden die Geschäftsinhaber von der Stadtverwaltung direkt per Mail kontaktiert und erhalten damit gleichzeitig den Link zur Teilnahme an der Online-Befragung.
Für Rückfragen steht ihnen die imakomm gerne zur Verfügung, sie erreichen Betreuerin Annika Dreßler unter dressler@imakomm-akademie.de.
Was ist zum Beispiel aus dem Einzelhandelskonzept 2013 umgesetzt?
- Maßnahmen zum Leerstandsmanagement und Existenzgründerförderung: Aufbau einer städtischen Immobilienbörse immobilien.eichstaett.de, kommunales LEERGUT-Projekt für bisher 41 geförderter Pop-up-Konzepte in der Innenstadt, Mietförderungen für insgesamt 46 Gründer/-innen in der Innenstadt und außerhalb und vieles mehr
- Verbesserung der Erreichbarkeit von Zielen in der Innenstadt: Neues Fußgängerleitsystem inklusive Stelen in der Innenstadt, neue Ortseingangsstelen, neue Fahrradweg- und Bootswanderbeschilderung und vieles mehr
- Betonung von Verbindungswegen und Sichtbeziehungen: Weiterer Ausbau der barrierefreien Laufwege, Öffnung des Edelbachdurchgangs (in Arbeit), mehr Aufmerksamkeit für die bestehenden Fußwegverbindungen zum Beispiel mit Krippenwegen, Oster-Aktionen mit Schaufenster-Gewinnspiel und vieles mehr
- Aufenthaltsqualität auf und rund um die Innenstadt-Plätze: neue Möblierung der Marktgasse, Pfahl- und Gabrielistraße sowie des Domplatzes mit Sitzmöglichkeiten, Sitz-Pflanz-Kombinationen und nachhaltige Stadtbegrünung
- Spielpunkte für Kinder in der Innenstadt zum Beispiel in der Marktgasse, am Domplatz oder am Badsteg
- Mehr Außengastronomie und Wasser erleben: 22 neue oder erweiterte Außengastronomie-Flächen seit 2012, 8 neue Leben am Fluss Stationen, Entwicklung Areal Altmühlaue
