Meldung vom 28. Januar 2026 (19:02 Uhr)
Als der Anruf aus dem Rathaus kam, war die Freude groß: Nicht nur Krippenquiz-Gewinnerin Julia Schneider freute sich - im Hintergrund jubelten Paula (10), Emma (8) und Lorenz (4) ebenfalls lautstark. Gemeinsam mit ihrer Familie hatten sie den Eichstätter Krippenweg besucht, alle Stationen erkundet und das dazugehörige Quiz der Stadt und der Krippenfreunde Eichstätt mit Begeisterung gelöst. Nun durften sie die Gewinnerkrippe 2025 entgegennehmen.
Original 1960er-Jahre Krippe als Gewinn
Denn ihr Teilnahmezettel mit dem korrekten Lösungssatz „EICHSTÄTT ERSTRAHLT IM LICHTERGLANZ“ war beim Auslosen Mitte Januar im Rathaus gezogen worden. Damit setzten sie sich gegen 237 andere durch, die bis 11. Januar den richtig ausgefüllten Bogen abgegeben hatten. Im Rahmen einer kleinen Übergabe wurde die Krippe nun von der Standortbeauftragten der Stadt Eichstätt, Beate Michel, an die Gewinnerfamilie überreicht. Der Gewinn ist dabei etwas Besonderes: eine original Marolin-Krippe mit Figuren aus den 1960er Jahren, liebevoll restauriert von Josef Tratz, Mitglied der Krippenfreunde Eichstätt. Die Figuren stammen aus der traditionsreichen thüringischen Marolin-Manufaktur, die seit dem Jahr 1900 für ihre charakteristischen Krippenfiguren bekannt ist.
Über 32 Krippen durch die Stadt
Auf so viel Geschichte kann der Eichstätter Krippenweg zwar nicht zurückblicken, dennoch fand er im vergangenen Advent bereits zum fünften Mal statt und hat sich inzwischen fest im Veranstaltungskalender der Stadt etabliert. Insgesamt 32 Stationen führten Besucher/-innen entlang der Geschäfte durch die gesamte Innenstadt: von der Spitalstadt über die Altstadt und die Ostenvorstadt bis hin zur Westenstraße. In der Mehrzahl der Schaufenster fanden die Passant/-innen dabei Leihgaben der Krippenfreunde Eichstätt. Insgesamt neun Vereinsmitglieder stellten dafür passende Krippen zur Verfügung.
Krippenwerkstatt eingerichtet
Ein besonderer Punkt auf dem Krippenweg war dabei erstmals eine Ausstellung der Krippenfreunde Eichstätt in der Westenstraße 15. Anlässlich ihres 25-jährigen Jubiläums präsentierte der Verein dort insgesamt 55 Krippen, davon allein 35 Werke von Josef Tratz, der die Ausstellung auch initiiert und maßgeblich gestaltet hatte. Die Spanne reicht dabei von der Mini-Variante in der Walnussschale über die prächtige Version im barocken Stil bis zur abstrakten Künstlerkrippe oder einer mit beweglichen Figuren. Außerdem zog eine kleine Krippenwerkstatt großes Interesse auf sich – auch das des Bayerischen Rundfunks, das extra mit einem Kamerateam anrückte. Die Stadt Eichstätt unterstützte die Ausstellung über das LEERGUT-Projekt mit einem Mietzuschuss von 150 Euro.
500 Euro für Elisa
Rund 480 Besucher/-innen nutzten während der Adventsmarkt-Wochenenden die Gelegenheit, die liebevoll dekorierten Räumlichkeiten zu besuchen. „Manchmal wurde es ganz schön eng“, berichteten Josef Tratz und Tassilo Pfrommer bei der Übergabe der Gewinnerkrippe schmunzelnd. Neben dem Ziel der Stadt Eichstätt, die Innenstadt zu beleben, stand für die Krippenfreunde natürlich ihre Handwerkskunst im Fokus. Darüber hinaus engagiert sich der Verein in diesem Zuge auch immer sozial: Die teilnehmenden Geschäftsleute spendeten gemeinsam 500 Euro für das Engagement der Krippenfreunde. Wie in den vergangenen Jahren kommt dieser Betrag dem Verein ELISA – Verein zur Familiennachsorge – zugute.
Stampferkrippe präsentiert
Zum dritten Mal in diesem Jahrhundert konnte die einzige historische Krippe im Besitz der Stadt Eichstätt, die Stampferkrippe, in der Westenstraße 4 öffentlich gezeigt werden. Nachdem sie mehr als 20 Jahre aus den Blicken der Öffentlichkeit verschwunden war, übernahm der Förderverein Stadtmuseum Eichstätt mit Beate Hueber und Stefan Weyergraf-Streit auch dieses Jahr die Mühen des Auf- und Abbaus dieses städtischen Kleinods und freut sich über die Resonanz der insgesamt 700 Besucher/-innen. Viele erzählten von ihren Erinnerungen an die Stampferzeit in der Antonigasse, so Hueber und Weyergraf-Streit: „Damals hat das aber ganz anders ausgesehen...ein richtiges Gewimmel war das...“ Man war sich jedoch einig, dass die Figuren vor der neuen zurückhaltenden MDF-Kulisse viel besser zur Geltung kommen. „Auch für uns Krippenbauer war es eine Freude, die vielen kleinen Figürchen wieder zum Leben zu erwecken. Ein breites biblisches Programm hatte der gute Stampfer in seinem Arsenal“, berichten die Organisator/-innen. „Von der Vertreibung aus dem Paradies über die Geburt Christi mitsamt den Engeln, Hirten und dem Zug der Könige- auch die Beschneidung, die Kindheit Jesu in der Zimmermann-Werkstatt und die Hochzeit zu Kana. All das konnte im bunten Figurentheater der Krippe zwischen prachtvollen Tempeln und bescheidener Altmühltal-Architektur betrachtet werden.“
