Stahlblosn hat – obschon naheliegend - nichts mit dem Schmiede- oder Glasbläserhandwerk zu tun, auch wenn bei uns so manches Ventil beim Spielen heiß läuft und bereit für eine Warm-Verformung wäre. Der Name entstand vor allem durch die Tatsache, dass die ganzen guten Namen wie "Blechschaden" oder "Ernst Mosch und seine Egerländer Musikanten" schon vergeben waren. Trotz dieser Tragödie steht das im Herbst 2006 gegründete Ensemble heute für innovative Blas-, Volks- und Rockmusik. Dies konnten die sieben teils jungen, teils junggebliebenen Blechbläser schon bei Auftritten in ganz Deutschland, Österreich und Tschechien beweisen - von Hamburg, Eichstätt, dem Oktoberfest und dem Hofbräuhaus in München bis nach Bad Tölz, Salzburg, Prag, Innsbruck und Dresden.
Tuba – Raphael Decker
Posaunen – Andreas Baumann, Johannes Speth
Basstrompete – Christoph Gerner
Trompeten – André Portner, Stefan Rössler, Stephan Rixner
Das Maximum an Klangvielfalt aus einer 7er-Besetzung herauszuholen ist der Anspruch, der uns antreibt. Dabei wird jedes Arrangement, vom Zwiefachen über Volkstänze hin zu modernsten Charts, in neuem, maßgeschneidertem Gewand präsentiert. Und wenn es sich nicht vermeiden lässt, singen wir auch noch sehr gerne im vierstimmigen Satz. Damit sind wir für fast alle Gelegenheiten gerüstet: Ob Dorffest, Bierzelt, Frühschoppen, Festzüge oder Anlässe in kleinerem Rahmen - wir sind flexibel. Grundsätzlich spielen wir die Auftritte zu siebt (3 Trompeten, Basstrompete, 2 Posaunen und F-Tuba). Im Bierzelt, auf der großen Bühne oder Festzüge spielen wir zu acht: Sieben Blechbläser und Schlagzeug.
Darüber hinaus beherrschen wir ein breites und anspruchsvolles klassisches Repertoire, welches wir in Konzerten oder Gottesdiensten zur Aufführung bringen. Spezialisiert sind wir zudem auf die Ausgestaltung von Festgottesdiensten, beispielsweise Trauungen, die wir mit feierlichen Ein- und Auszügen und ergreifenden Arrangements gestalten. Sowohl in Gottesdiensten als auch in Konzerten bevorzugen wir eine Besetzung mit sieben Bläsern (3 Trompeten, Basstrompete, 2 Posaunen, F-Tuba), Orgel und Pauken.
Die Adventszeit ist gerade für Bläser wie uns eigentlich immer was ganz Besonderes. Denn sie ist die einzige Zeit im Jahr, in der wir eben nicht unser „normales“ Repertoire spielen. Keine Märsche, keine Polken, keine Walzer. Einfach mal was anderes. Man merkt so richtig über die Musik, über die Auswahl der Stücke, dass ein Prozess beginnt. Ein Prozess, der für uns bedeutet, dass das Jahr bald zu Ende ist. Entgegen der gesellschaftlichen Weihnachtshetze ist die Adventszeit für uns eine Entschleunigung der Dinge. Ruhigere, besinnlichere, festliche und vor allem nachdenkliche Musik bestimmt ab dieser Zeit das Empfinden. Natürlich wird schon mal auch ein Klassiker wie Jingle Bells, Feliz Navidad oder Last Christmas zum Besten gegeben.
Der Start der Adventszeit war bisher immer ein Auftritt am Eichstätter Weihnachtsmarkt mit anschließender Adventsserenade am Marktplatz. Traditionell wird bei Stephan Lina vom Balkon herabgespielt und danach mit einem feinen edlen Tropfen bei ihm angestoßen. Danach gibt’s vereinzelt mal den einen oder anderen Auftritt auf einem der regionalen Weihnachtsmärkte in und um Eichstätt. Unser absoluter Höhepunkt der Advents-/ Weihnachtszeit ist jedoch unsere eigene Weihnachtsserenade in der Frauenbergkapelle immer samstags vor Heiligabend. Ein ganz besonderer Moment seit knapp 15 Jahren für uns selbst und auch für die anwesenden Zuhörer. Wir spielen unser Bestes Repertoire an klassischer, festlicher Weihnachtsmusik und Herbert F. Mayer und Edith Rixner lesen jedes Jahr besinnliche Texte dazwischen. Ein für viele Eichstätter mittlerweile Tradition gewordener Abend. Jeder von uns weiß und spürt es ganz genau: nachdem der letzte Ton des Konzerts ertönt ist, ist für uns Weihnachten und es beginnt die staade Zeit.
Auch heuer versuchen wir natürlich unsere Serenade trotz dieser Schwierigkeiten stattfinden zu lassen, allerdings in ungewohnter Art und Weise. Es besteht leider wenig Hoffnung, dass die Serenade in der Form stattfinden kann, wie es die letzten Jahre war. Wir sind deswegen gerade in der Planung ein Live-Online-Konzert zu veranstalten. Das bedeutet, dass wir ohne Zuschauer unser Konzert spielen werden, aber sich jeder interessierte Zuhörer gemütlich von zuhause über Facebook, Instagram oder Youtube dazu schalten kann. Eine Möglichkeit, die unserer Meinung nach die sinnvollste in der aktuellen Lage ist.
„Ohne Kunst und Kultur wird’s still“ - so lautet ein deutschlandweiter Slogan, der auf die aktuelle Situation aufmerksam machen möchte. Und gerade die Branche leidet wie keine zweite unter der Corona-Pandemie. Keine Konzerte, keine Feste, kein Theater, keine Kultur. Die dem Menschen schönste Form der freien Meinungsäußerung wird gerade stark reguliert, teilweise sogar tot reguliert. Natürlich ist für uns Stahlblosera die Musik, die wir machen ein Hobby und keiner muss davon leben. Jedoch ohne sie leben, können und wollen wir nicht. Ein Gefühl, eine Einstellung, die uns das Leben so stark bereichert. Man muss den Menschen die Kunst und Kultur zurückgeben, um ein immer mehr trist werdendes Leben zu verhindern. Es heißt flexibel zu werden, alternative Angebote und Möglichkeiten zu schaffen, sich an jeden Strohhalm fest zu klammern. Für viele eine Möglichkeit sich zu entfalten, sich zu vervollständigen, sich abzulenken, um nachzudenken, sich zu erfüllen. Welcher Grund auch vorrangig ist, ohne Kunst und Kultur wird’s still.


































































